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INFOMOTION GmbH

Von der Neugier zur Nutzen-orientierung

Das Unternehmen

INFOMOTION ist ein IT-Beratungsunternehmen, das seinen Kunden aus unterschiedlichen Branchen Lösungen in den Themenbereichen Business Intelligence (BI), Big Data und Advanced Analytics anbietet. Im Vergleich zu vielen anderen Mitbewerbern ist INFOMOTION auf der einen Seite vollständig unabhängig von einzelnen Softwareherstellern und fokussiert sich auf der anderen Seite zu 100% auf Business Intelligence. Das Unternehmen hat deshalb den Anspruch, hier hinsichtlich Innovation und Kompetenz führend zu sein.

Das Unternehmen beschäftigt circa 220 Mitarbeiter (Stand 2015) an mehreren Niederlassungen in Deutschland, Österreich und der Schwei

Ausgangssituation und Ziele

Um dem Anspruch der Wissensführerschaft im Bereich BI gerecht zu werden, wurde bereits mit der Unternehmensgründung ein systematisches Wissensmanagement als zentraler Baustein etabliert. Dieses wurde ab 2010 Schritt für Schritt optimiert und am Baustein-Modell nach Probst (Probst, Raub und Romhardt, 1999) ausgerichtet. Für jeden Baustein wurden geeignete WM-Werkzeuge identifiziert bzw. entwickelt und eingeführt. Auf dieser Basis entstand 2012 das INFOMOTION Wissenshaus. Mit einem effektiven Wissensmanagement möchte INFOMOTION aktuelle Trends erkennen, wirkungsvolle Methoden definieren, um das eigene Geschäft voran zu treiben, und den Austausch sowie das Lernen aus Erfahrungen fördern.

Eine besondere Herausforderung stellt das kontinuierliche Wachstum des Unternehmens dar: von 12 Mitarbeitern an einem Standort bei der Gründung 2004 auf 220 Mitarbeiter an acht Standorten im Jahr 2015. Auch dieser dynamische Prozess sollte durch Wissensmanagement begleitet und unterstützt werd

Was konkret geschieht

INFOMOTION hat es sich zum Ziel gemacht, das Bewertungsschema von „Exzellente Wissensorganisation“ immer wieder zur Evaluation der eigenen Wissensorganisation und der unterschiedlichen Wissensmanagement-Aktivitäten zu nutzen. Nach ihrer Auszeichnung als exzellente Wissensorganisation im Jahr 2012, nahmen sie auch dieses Mal wieder erfolgreich am Award teil. Das wichtigste Ergebnis: die eingesetzten Instrumente zum Wissensmanagement aus 2012 wurden bestätig

Strategisch verankert - das INFOMOTION Wissenshaus

Wissen ist bei INFOMOTION seit eh und je Bestandteil der Unternehmensleitlinien. Um dies auch strategisch zu steuern, sind alle Wissensmanagement-Instrumente im eigens entwickelten INFOMOTION-Wissenshaus integriert. Ihre Effektivität und Effizienz wird regelmäßig überprüft - mithilfe der SWOT-Analyse, aber auch durch die regelmäßige Teilnahme an "Exzellente Wissensorganisation".

Abb. 1: Das INFOMOTION Wissenshaus

Wissen ist Macht? Einen motivierenden Rahmen schaffen!

Wissensmanagement in den Leitlinien zu verankern nützt alleine nicht viel. Die Herausforderung besteht darin, die Mitarbeiter mitzunehmen und zum Wissensmanagement zu motivieren.

Bei INFOMOTION funktioniert das gut, denn zum Beispiel sind verschiedenste Wissensmanagementaktivitäten in das Belohnungs- und Prämiensystem des Unternehmens eingebunden. Das heißt, über ein internes Zeiterfassungssystem wird gemessen, wie viel Zeit die Mitarbeiter aktiv mit Wissensmanagementaktivitäten wie den Kompetenzfeldern oder dem Competence Day verbringen. Entsprechend der aufgewendeten Arbeitszeit erhalten sie dann Punkte, die anhand eines Prämienkatalogs in Form von kleinen Aufmerksamkeiten eingelöst werden können.

Neben dieser individuellen Auswertung entwickelte INFOMOTION ein System zur Förderung der Verbindlichkeiten in den einzelnen Business Units – vergleichbar mit dem Länderfinanzausgleich. Denn jede Business Unit soll abhängig von der jeweiligen Mitarbeiteranzahl eine definierte Menge an aktiver Beteiligung im Jahr erbringen. Ziel sind dabei im Durchschnitt zehn Tage pro Business Unit. Erfüllt die Business Unit weniger als fünf Tage, muss sie nach einem definierten Schlüssel Ausgleichszahlungen an das Unternehmen leisten, arbeitet sie mehr für das Thema Wissensmanagement, erhält sie Geld. Teilweise gleichen sich die Zahlungen aus, teilweise muss INFOMOTION aber auch Auszahlungen an alle Business Units leisten. So lohnen sich die Investitionen im Wissensmanagement auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht für die Business Unit Leiter, deren Erfolg letztendlich am finanziellen Erfolg ihrer Business Units gemessen wird.

Wichtig: Die Förderung der Mitarbeitermotivation für Wissensmanagementaktivitäten geschieht nicht nur über monetäre Anreize und Zusatzleistungen. Nur wer motiviert ist, aktiv am Wissensmanagement mitzuarbeiten, wird bei INFOMOTION überhaupt seine Karriere starten können. Das wird bereits in den Einstellungsgesprächen besprochen.

Kompetenzfelder: Innovation und Manifestation

Eine Möglichkeit für die Mitarbeiter, im Bereich Wissensmanagement aktiv zu werden, bietet INFOMOTION durch Kompetenzfelder. Dabei handelt es sich um interne Projekte, die der gezielten Themenentwicklung dienen. Jedem Mitarbeiter wird mindestens ein Kompetenzfeld pro Jahr zugewiesen, die Themenfindung erfolgt im Rahmen der Jahresgespräche. Im Schnitt stehen jedem Mitarbeiter 20 Tage im Jahr zur Bearbeitung der Kompetenzfelder zur Verfügung, die genauso vergütet werden wie externe Kundenprojekte.

Die besondere Qualität der Maßnahme schafft INFOMOTION durch die Qualitätskontrolle der Ergebnisse. Neben einem monatlichen Statusbericht jedes Mitarbeiters an das Wissensmanagement-Team hinsichtlich seines Kompetenzfeldes, überprüft ein unternehmensinterner fachlicher Experte regelmäßig die Ergebnisse. Die Resultate eines jeden Kompetenzfeldes werden zum Abschluss des Projektes präsentiert. 

Mit den Kompetenzfeldern hat INFOMOTION ein gut durchdachtes und gewinnbringendes Instrument zur Erschließung neuer Themen und zur Vertiefung bestehender Wissensbereiche geschaffen, das hervorragend in die bestehenden Strukturen integriert wurde. Die Organisation ist zwar für das Wissensmanagement-Team sehr zeitaufwendig, aufgrund der Wichtigkeit als zentrales wissenserzeugendes Instrument wird dieses Zeitinvestment aber zu jeder Zeit als notwendig und sinnvoll angesehen.

Wissen finden und verteilen

Neben dem strukturierten Wissensaufbau ist der Transfer von relevantem Wissen fest in den Zielen von INFOMOTION verankert. Wissenstransfer wird durch viele Instrumente im Arbeitsalltag realisiert. Dadurch gibt es nur sehr wenige kritische Wissensträger, die dem Unternehmen jedoch bekannt sind und die bei Problemstellungen zu Rate gezogen werden.

MySites

Ein Beispiel dieser Instrumente sind die MySites. Auch hier ist die Implementierung in die bestehenden Unternehmensstrukturen besonders gut gelungen. Mitarbeiterprofile im Intranet bilden die Kompetenzen, Schulungen, Zertifizierung, Hobbys und durchgeführten Projekte von Kolleginnen und Kollegen ab – kurz: Sie helfen, interne Wissensträger zu speziellen Themen zu identifizieren und zu kontaktieren. Die Herausforderung von Mitarbeiterprofilen liegt oftmals in der konsequenten Nutzung und Pflege durch die Mitarbeiter. Hier liegt auch die Besonderheit bei INFOMOTION. Da die Profile direkt nach dem Eintritt ins Unternehmen erstellt werden, besitzen 100% der Mitarbeiter eine MySite. Auch bei INFOMOTION erfolgt die Profilpflege durch die Mitarbeiter selbst. Da die Profile die Grundlage für die Jahresgespräche bilden, werden sie regelmäßig überprüft und gegebenenfalls ergänzt. Hierdurch und durch eine einheitliche Wissensdarstellung durch Standardisierung der Kompetenzen schafft INFOMOTION eine hohe Qualität bei den Mitarbeiterprofilen. Die MySites können deshalb auch problemlos für Bewertungen des vorhandenen Know-hows verwendet werden. Zur strukturierten Auswertung liegt hinter den eingetragenen Skills eine Metadatenstruktur, die durch die Mitarbeiter selbst weiterentwickelt werden kann und durch das Wissensmanagement regelmäßig optimiert wird.

Competence Day

Bei der internen Vernetzung und dem Wissenstransfer spielt der Competence Day bereits seit 2008 eine wichtige Rolle. Dreimal im Jahr findet der interne Kongress mit einer Teilnehmerquote von durchschnittlich 90% statt. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Veranstaltung als bedeutsam und verbindlich gelebt wird. In drei paralleln Tracks mit je 6 Vorträgen wird über die Ergebnisse der Kompetenzfelder, Best Practices oder Ideen und Konzepte von Partnern referiert und debattiert.

Expertengruppen

Neben dem Competence Day sind die Experten-Workshops ein wichtiges Element für den internen Wissens- und Erfahrungsaustausch. Mittlerweile 13 Gruppen mit unterschiedlichen Schwerpunktthemen veranstalten regelmäßige Workshops, um fachliche Themen zu bearbeiten oder Erfahrungen auszutauschen. Dafür stellt INFOMOTION ausreichend Arbeitszeit zur Verfügung. Die Expertengruppen leben von der Beteiligung der Mitarbeiter – und das funktioniert bei INFOMOTION gut: circa 80 % aller Mitarbeiter sind Mitglied in mindestens einer Expertengruppe. Neben den regelmäßigen Treffen dient zusätzlich ein E-Mail-Verteiler dazu, Problemstellungen an die ganze Community heranzutragen und schnellen Support zu bekomme

Wissensbewahrungsgespräche

INFOMOTION hat einen definierten Prozess für den Fall des Ausscheidens eines Kollegen oder einer Kollegin. Die Verantwortung liegt hier im Wissensmanagement-Team. Dieses führt vor dem Austritt ein circa einstündiges Gespräch zum Wissenstransfer mit dem entsprechenden Mitarbeiter durch. Basis ist dabei ein durch INFOMOTION entwickelter Fragenkatalog zur Erfassung des vorhandenen Wissens und ein Formular, in dem die notwendigen Maßnahmen zur Wissensübertragung festgehalten werden. Die Nachverfolgung der Umsetzung erfolgt über den direkten Vorgesetzten und übergreifend über das Wissensmanageme

Nutzen und Ausblick

INFOMOTION ist ein herausragendes Beispiel, wenn es um die Kontinuität von Wissensmanagement-Aktivitäten geht. Bereits mit der Unternehmensgründung wurde Wissensmanagement in der Unternehmensstrategie verankert. Entsprechende Instrumente und Maßnahmen wurden nicht nur gefunden und übernommen, sondern auf die individuellen Bedürfnisse der eigenen Organisation angepasst und in bestehende Strukturen integriert. Nicht zuletzt die regelmäßige Teilnahme an dem Award „Exzellente Wissensorganisation“ zeigt die Bereitschaft, die Wirksamkeit der eingesetzten Methoden immer wieder zu hinterfragen und vor dem Hintergrund der Evaluationsergebnisse weiterzuentwickeln.

|| Keyfacts
Firmensitz:
Frankfurt
Branche:
Dienstleistung/Software-Entwicklung
Produkte:
Business-Intelligence-Lösungen, Beratung
Gegründet:
2004
Mitarbeiter:
(2015) 220
Internet:
www.infomotion.de
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